MIH steht für Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation. Dabei handelt es sich um eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes, die vor allem die bleibenden ersten Backenzähne (6-Jahres-Molaren) und häufig auch die bleibenden Schneidezähne betrifft.
Zähne mit MIH weisen einen sehr weichen, verletzlichen Schmelz auf, sind oft schmerzempfindlich und haben eine reduzierte Überlebenswahrscheinlichkeit.
MIH ist keine Karies und auch keine Folge schlechter Zahnpflege. Die betroffenen Zähne sind von Beginn an weniger widerstandsfähig und daher besonders empfindlich.
Schätzungen zeigen: etwa jedes 5.–7. Kind ist in unterschiedlichem Ausmaß betroffen.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt.
Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand handelt es sich um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die während der Zahnentwicklung (vom letzten Schwangerschaftsdrittel bis etwa zum 4. Lebensjahr) wirken.
Erkrankungen im frühen Kindesalter
z. B. hohes Fieber, Infekte der Atemwege, Mittelohrentzündungen
Medikamente in der frühen Kindheit
insbesondere häufige oder frühe Antibiotikagaben
Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt
z. B. Frühgeburt, Sauerstoffmangel
Umweltfaktoren
z. B. Schadstoffe oder hormonähnliche Substanzen
Störungen des Mineralstoffhaushalts
während der Zahnschmelzbildung
Wichtig: Eltern tragen keine Schuld. MIH entsteht nicht durch falsches Putzen oder Ernährung.
Verfärbungen ohne Substanzverlust
kaum oder keine Schmerzen
Zahn ist grundsätzlich stabil
Fokus: Schutz & Prophylaxe
poröser Zahnschmelz
erhöhte Empfindlichkeit
erste Abplatzungen möglich
Fokus: Schutz, Schmerzreduktion & Stabilisierung
deutlicher Schmelzverlust
starke Schmerzen
schnelle Zerstörung des Zahnes
oft große Angst vor der Behandlung
Fokus: Schmerzlinderung, Zahnerhalt oder gezielte Alternativen
Da MIH-Zähne von Natur aus geschwächt sind, spielt die gezielte Prophylaxe eine besonders wichtige Rolle.
Regelmäßige kinderzahnärztliche Kontrollen
(oft in kürzeren Abständen)
Professionelle Fluoridierung
zur Härtung des Zahnschmelzes
Hochfluoridhaltige Zahnpflegeprodukte
altersgerecht und individuell angepasst
Versiegelung der Backenzähne, wenn möglich
Sanfte Putztechnik mit weichen Zahnbürsten
(um Schmerzen zu vermeiden)
Ernährungsberatung
– wenig Zucker, keine säurehaltigen Dauergetränke
Ziel der Prophylaxe: Schmerzen vermeiden, Zahnsubstanz schützen und größere Eingriffe hinauszögern oder verhindern.
Typische Anzeichen sind:
weiß-gelbliche bis bräunliche Flecken auf den Zähnen
raue oder bröselige Zahnoberflächen
starke Empfindlichkeit bei Kälte, Wärme oder beim Zähneputzen
schnelle Abnutzung oder Absplitterungen
erhöhte Kariesanfälligkeit
Schmerzen ohne sichtbares Loch




frühzeitige Diagnose
individuelle, kindgerechte Therapie
schmerzarmes und angstfreies Vorgehen
enge Begleitung von Kind und Eltern
langfristige Planung statt kurzfristiger Lösungen
Unser Ziel:
Kinder mit MIH sollen schmerzfrei, selbstbewusst und mit gesunden Zähnen aufwachsen – trotz dieser besonderen Herausforderung.
Hilft auch das nicht, muss der Backenzahn entfert werden.
Bei Anlage der 2. und 3. Molaren (Weisheitszahn) kann der KFO die Lücke mit einer Zahnspange schliessen.
Vereinbaren Sie hier bequem online einen Termin für Ihr Kind.
Wir freuen uns, dass Sie Interesse an einem Termin in unserer Milchzahn Kinderzahnarzt Praxis haben!
Vorab möchten wir Sie informieren, dass unsere Praxis eine Wahlzahnarzt Ordination ist und wir keine Kassenverträge haben. Honorarnoten können jedoch bei den Kassen eingereicht und Teilbeträge rückerstattet werden.
Da wir uns besonders bei der Erstordination ausführlich Zeit für Ihr Kind und Ihre Fragen nehmen wollen, ausführliche Diagnostik durchführen sowie eine Therapie- und Heilkostenplan erstellen wird auch hier ein Honorar verrechnet.
Für genaue Auskunft über Kosten bitte um telefonische (07672 32700) oder schriftliche (office@milchzahn.net) Kontaktaufnahme.